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Die deutsche Zahnheilkunde ist besser als ihr Ruf. Weshalb werben wir nicht
dafür?
Ein
Kommentar von Helmut Hessberger.
Eine Sendung auf Pro 7, die von
recht vielen Leuten gesehen wird, hat über Patiententourismus nach Thailand
berichtet und dabei auch Implantatversorgungen abgehandelt. Da wurde ein
Preis für 2 Implantate von 4.000 € genannt, was man in Thailand bezahlen
müsste - einschließlich Prothetik drauf. In Deutschland bekäme man so was
für 9.000 €, haben sie berichtet.
Nun ja, Reporter sind selten gute Rechner und sorgfältige
Recherche wird zugunsten von Effekthascherei gerne vernachlässigt. Wer die
Gebührenordnung kennt, weiß, dass nach GOZ für ein Implantat samt Prothetik
(nach BEB abgerechnet) maximal 1.500 € zusammenkommen, es sei denn, man
müsste noch augmentieren oder ähnliches zusätzlich machen - nur, dann wäre
die Versorgung in dem asiatischen Land ja unmöglich gewesen. Nicht, weil die
das nicht können, sondern weil der Patient dann mehrmals hätte dorthin
fliegen müssen. Es kann sich also nur um einen sehr einfachen Fall handeln,
den man wegen ausreichender Primärstabilität mit einer
Immediat-Suprakonstruktion versorgen kann.
Dann
ist es ja in Thailand teurer?!
Also wird
für eine einfache Implantatversorgung in Thailand mehr verlangt als hier bei
uns. Wenn man noch in die Überlegung einbezieht, dass dort die Zahntechnik
(wegen der niederen Arbeitskosten!) erheblich billiger ist, kommt man rasch
drauf, dass die Zahnärzte hierzulande sensationell günstig arbeiten. Und das
ist der Punkt: Trotz extrem niedriger Leistungspreise liefern deutsche
Zahnärzte eine auch im Internationalen Maßstab als hervorragend zu
beurteilende Qualität ab. Beweise für den hohen Qualitätsstandard gibt es
genug. Nehmen wir doch beispielsweise nur die erfreuliche Tatsache, dass
mittlerweile auch in Deutschland die gesamte Palette der deutschen Prothetik
erheblich günstiger angeboten wird.
Preisbeispiel
Implantatarbeiten gefertigt in Deutschland: Eine Unterkiefer Implantatarbeit mit 4 Frialit Implantaten, 4 Teleskopkronen
auf die Implantataufbauten, Modellguss, 14 Zähne NE, inkl. aller
Materialien, Versand und Mwst. nur 2.306,77 € Brutto.
Die Herstellungsbetriebe wurden in Ihrer
Fertigung geprüft, und erhielten von Ihren Zahnärzten ein sehr gutes
Feedback. Denn die Labore müssen selbstverständlich für die Qualität, Ästhetik und Passgenauigkeit
nach deutschem Recht gerade stehen. Im Gegensatz zur Behandlung im Ausland.
(Auslandsrecht) Jeder Medien-Guru kann uns gerne mal einen vorliegenden
Heil- und Kostenplan zusenden, er wird sich wundern, was bei Implantaten mit
den zu versorgenden Zähnen in Deutschland kosten. Wir wünschen trotzdem
den Unbelehrbaren einen guten Flug. Oder andersrum, wer gerne zur Behandlung
nach Polen, Ungarn oder Tschechien fährt, kann dort wenigstens günstig
tanken.
Zahntourismus in Richtung Deutschland, das wäre konsequent.
Weshalb
kommuniziert man das eigentlich nicht? Weshalb werben die deutschen
Zahnärzte denn nicht in Österreich, Schweiz, Frankreich, England, Italien
usw., wo zahnärztliche Leistungen wesentlich teurer sind, teilweise bis zum
Vierfachen kosten? Weshalb sagt man den Patienten denn nicht, dass deren
Ausflüge in „Billigländer“, um dort angeblich günstige Zahnarztleistungen
einzukaufen, Mogelpackungen sind - wenn neben fehlender Nachsorge (wie denn
auch, wenn da ein paar Stunden Flug nötig sind, um zum behandelnden Zahnarzt
zu kommen) nicht mal der Preis stimmt? Und dass ein deutscher Zahnarzt
Reparaturen oder Nachsorgeleistungen an Arbeiten des ausländischen Kollegen
vornimmt - wie soll das gehen? Da stehen doch schon so profane Hindernisse
wie die Gewährleistungsregeln dagegen: Wenn man Zahnersatz anfasst, der
anderswo inseriert wurde, erlöschen logischerweise die Ansprüche des
Patienten; das ist so wie beim Gerätekauf: Wer das Gerät öffnet, verliert
die Garantie.
Dass die „Öffentlichkeit“, soll heißen die Medien, den Dingen
nicht auf den Grund gehen, weil sie dabei einen Lieblingsfeind verlieren
würden, muss man als gegeben hinnehmen, man kann’s nicht ändern. Und dass
die Politiker gerne auf den Zug aufspringen und ihn am fahren halten, weil’s
in ihren Kram passt, ist auch nachvollziehbar. Und dass die
Berufsvertretungen (Kammern und KZVen) nichts unternehmen, das liegt halt an
der Gesetzgebung, die dürfen da gar nicht intervenieren, sonst haben sie den
Staatskommissar an Bord, hat man ja gesehen,
in Niedersachsen und Bayern, wo man aufzubegehren wagte.
Also
bleibt nur Eigeninitiative!
Sprechen Sie uns an,
herzlichst Ihr Helmut Hessberger.
Senden Sie E-Mail mit Fragen oder Kommentaren zu
dieser Website an: helmut.hessberger@t-online.de
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